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Fußball nach Katar

Vier Zukunftsszenarien für den Fußball nach der WM 2022


Von Anja Kirig, Marcel Aberle, Stefan Bader


Die WM 2022 in Katar zählt zweifellos zu den kontroversesten Fußball-Großveranstaltungen, ganz unabhängig von den sportlichen Ereignissen. Sowohl Gastgeberland, Austragungsort als auch Initiator standen permanent im medialen und sozialen Scheinwerferlicht und wurden oft kritisiert. Doch Katar ist nicht das einzige umstrittene Gastgeberland für solche Events. Auch die ungeeigneten klimatischen Bedingungen des Austragungsortes sind nicht neu in der Diskussion. Andere Verbände und Komitees wurden ebenfalls in der Vergangenheit wegen Skandalen, Korruption oder einfachem Fehlverhalten empört.



Fußball nach Katar: Vier Zukunftsszenarien für den Fußball nach der WM 2022


Warum sollte sich nach dieser WM in Katar also etwas ändern?

Veränderungen treten selten abrupt auf, sondern geschehen allmählich. Wenn wir uns also fragen, wie der organisierte Fußball und seine Großveranstaltungen in zwölf Jahren aussehen werden, müssen wir berücksichtigen, dass kontinuierliche Veränderungen stattfinden.


Hierfür wurden vier mögliche Szenarien für den Fußball nach der WM 2022 entwickelt.


Einen Auszug davon können Sie hier lesen - am Ende des Artikels können Sie die gesamte Analyse downloaden.


Szenario 1 - Perfektionismus

Nur keine Änderung - Die Fußballkarawahne zieht einfach weiter.


Die gesellschaftlichen Entwicklungen werden nur unzureichend von Akteuren, Leistungsträgern und Entscheidern berücksichtigt. Maßnahmen zur Integration, Nachhaltigkeit und Diversität werden nur oberflächlich verfolgt und Daten und Fakten werden entsprechend den eigenen Interessen verzerrt. Im Fußball geht es weiterhin hauptsächlich um Prestige, Geld und Wachstum. Die Profispieler verdienen viel Geld und bleiben die Helden der Öffentlichkeit, während Nachwuchsspieler auf den Aufstieg in eine höhere Gesellschaftsklasse hoffen. Um den leidigen Diskussionen zu entgehen, entscheidet die FIFA, dass Weltmeisterschaften zukünftig direkt „gekauft” werden können. Allgemein ist ein Rückgang des Interesses zu beobachten. Fußball wird zum gesellschaftlichen Streitthema.


Szenario 2 - Adaption

Werte und Wirtschaft optimieren sich konvergent - Kreislaufwirtschaft und Technologie sei Dank.


Innerhalb der kapitalistischen Wirtschaftslogik des Wachstums führen Kreislaufwirtschaft und neue Technologien dazu, dass sich ein allgemeiner Wertewandel mit Fußball und Kapitalismus nicht widerspricht. Die Anpassung passiert graduell, eine Verbesserung findet dabei nach und nach statt. Durch die Konnektivität wird Transparenz ermöglicht und Themen wie Menschenrechtsverletzungen oder klimaschädliches Verhalten werden schnell sichtbar und angesprochen. Auch der Amateurbereich profitiert von der Weiterentwicklung. Wertewandel und die vielen Innovationen nutzen dem Breitensport. Vereine schaffen es darüber, sich finanziell am Laufen zu halten und gleichzeitig ihre soziale Rolle einzunehmen.


Szenario 3 - Kollaps

Die Fußball-Bubble platzt - Aufgrund fehlender Adaption und Krisen.


Die Weltwirtschaftskrise führt zu Armut und globalen Protesten, während der Profi-Fußball kollabiert. Nationale und kontinentale Vereinsmeisterschaften werden deutlich reduziert und die ehemals besten Vereine gehen insolvent. Bolzplätze werden in Eigenregie gebaut und gepflegt, während andere Sportarten versuchen, ehemalige Fußball-Fans für sich zu gewinnen. Die WM findet abgeschottet in Australien statt und wird wahrscheinlich das letzte sein, da Sponsoren sich zurückgezogen haben und kaum ein Sender die Spiele überträgt.


Szenario 4 - Progressives-Wir

Auf dem Weg in eine Co-Kultur - wird Fußball zum Transformation-Sport


Nicht nur die Gesellschaft stellt sich die Frage, ob Wachstum Grenzen hat. Auch Unternehmen und Organisationen merken, dass der klassische Wachstumsgedanke ausgedient hat. Co-Kulturen treiben die Transformation von Unternehmen weg vom klassischen Wachstumsgedanken hin zu einer dezentralisierten, kollaborativen und transparenten Wirtschaft. Die Organisationsform von Profi-Vereinen ist flach hierarchisch. Gewinne dürfen nicht erwirtschaftet werden, Schulden müssen dem Gemeinwohl des Vereins dienen. Konnektivität ermöglicht Kollaboration weltweit. Ziel: Den Fußball nutzen, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Somit avanciert Fußball zu einem Transformations-Sport weltweit. Er steht für Postwachstumswirtschaft und Co-Kultur.



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Szenarien für den Fußball nach Katar
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